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“Sandboarding“ am Vulkan Cerro Negro

Der Besuch des Kolonialstädtchens Granada in Nicaragua ist ein absolutes Muss. Vom Hausvulkan Mombacho aus genießt man eine überwältigende Aussicht auf die im Jahr 1524 von den Spaniern angelegte, erste Stadt Zentralamerikas; die 356 vorgelagerten Isletas im Nicaragua-See und die mystische Apoyo Lagune. 

 

Ein Abstecher in die rund 2,5 Stunden entfernte, unweit des Pazifiks gelegene und im gleichen Jahr gegründete Stadt León, lohnt allerdings nicht minder. Hier geht es auf den Plätzen, Märkten und Straßen noch lebendiger, noch authentischer zu. Nicht zuletzt ist León eine der renommiertesten Universitätsstädte Zentralamerikas.
Doch was soll noch viel berichtet werden über die überall sichtbaren Zeichen der spannenden Entwicklungsgeschichte dieser pulsierenden Stadt - geprägt durch mehrfache Zerstörungen und Wiederaufbauten nach Einwirkung von Naturgewalten oder politischer Auseinandersetzungen, für die sie bis heute berühmt ist.
Die Besteigung der als größten und ältesten Kathedrale Mittelamerikas geltenden “Basilica de la Asunción“, die Mitte des Jahres zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt wurde, macht es sichtbar. Auch León ist von einer Vielzahl aktiver und inaktiver Vulkanen umgeben, die sich wie eine Perlenkette vor den Augen des Betrachters aufreihen.

Für den jüngsten Vulkan der geographischen Entstehungsgeschichte und größentechnisch eher als Hügel anmutenden “Cerro Negro“ (rund 45 Fahrminuten von León entfernt) hat sich ein findiger Touristiker - oder vielleicht auch eher ein Extremsportler - eine ganz besondere Attraktion einfallen lassen: Sandboarding!
Den Eingang zur Reserva Cerro Negro passiert, laden wir das Equipment aus und uns schwant - jeder Teilnehmer muss sein Equipment selber tragen. Wie in Monthy Pythons “Das Leben des Brian“ lädt sich einer nach dem anderen sein Holzbrett (für die spätere Abfahrt wahlweise stehend oder sitzend) zusammen mit einem Rucksack aufs Kreuz.
Der Anstieg ist kurz (rund eine Stunde), aber beschwerlich. Rohes, unregelmäßig großes Lavagestein gibt dem Tritt kaum Halt und das Brett drückt pro erklommenem Meters mehr und mehr auf den Brustkorb. Relativ zügig erreicht man jedoch den Pass um einen der Hauptkrater und wird mit dem Ausblick auf die umseitig grüne Landschaft belohnt.
Oben angekommen, werden weitere Krater sichtbar. Man kann am Boden fühlen, wie aufgeheizt die Erde hier ist und die Fumarolen (schwefelhaltige Dampfaustritte) beobachten. Es wirkt wie eine Mondlandschaft und eine Stelle lädt zu “Sprungbildern“ ein: den Boden aus dem Bild gelassen, scheint es, als wären wir aus Helikoptern gesprungen.
Unser Guide Miguel gibt uns eine professionelle und sicherheitsorientierte Einführung. Was wir mitgeschleppt haben, sind neben dem Abfahrtsbrett ein kompletter Baumwoll-Overall, Knie-, Ellbogen- und Handschützer und ein Augenschutz. Wir lassen uns das Foto der wagemutigen Gipfelstürmer nicht entgehen. Aber jetzt kommt die Abfahrt…

Das Vergnügen ist kurz, aber gigantisch! Es bleibt nur der steile, pechschwarze Abstieg über einen der Vulkanhänge. Nacheinander wagen wir uns auf die Bretter und Erinnerungen an Ski-Abfahrten werden wach. Natürlich kann man bremsen, dann schießen einem allerdings zig kleine Lavasplitter in den Weg, die wir anschließend erschöpft und glücklich abschütteln.
Diese Halbtagestour ist nicht unanstrengend, hat aber allen Beteiligten Riesenspaß und eine gehörige Portion Adrenalin beschert; die vorübergehende, sehr internationale Gruppe zusammen geschweißt und uns das Gefühl gegeben, dass wir wenigstens einen altehrwürdigen Gipfel dieser geschichtsträchtigen Landschaft erfolgreich erklommen haben!


Katrin Schmitz
Repräsentantin Latincoming

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