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Reisebericht von Christian Wagner

Es war einer dieser verschneiten Novembertage. Nichts ging mehr auf dem Flughafen. Das Rollfeld jungfräulich mit Pulverschnee zugedeckt.  Unser Ziel Äthiopien, wo wir bereits die nächste Nacht verbringen wollten, rückte - von greifbar nah - in weite Ferne. Gegen Mittag wurde der Schneefall schwächer und unser geschätztes Reisebüro in Basel konnte uns zum Glück auf einen alternativen Flug umbuchen.   

Mit lediglich sechs Stunden Verspätung landeten wir dann trotzdem noch in Adis Abeba. Der Besuch der Stadt Axum, unser erstes Ziel im Norden, lohnt sich vor allem während religiösen Festivitäten. Die christlich orthodoxe Kirche entfaltet dann ihre ganze farbige Pracht während einer, von Tausenden von Gläubigen verfolgten Prozession.  Die Ruinen der Königin von Saba, die mystischen Steelen (Eine Art Obilisk) und die original Bundeslade mit den zehn Geboten Moses sind stumme Zeugen, dass dieser Ort in jeder Epoche eine herausragende Rolle spielte.  Man ist sich einig, dass in dieser Region für Archeologen hochinteressante Funde möglich wären, nur fehlt, wie fast überall in Äthiopien das Geld und die Fachleute, um die Ausgrabungen weiterzuführen.

Der positive Umstand, dass wir währen eines mehrtägigen Kirchenfestes in Axum waren, hatte zwei gewichtige Nachteile.
Am fünften Tag als die Feierlichkeiten beendet waren, wollten Besucher wie Pilger  ab- resp. weiterreisen, genauso wie wir.  Nur mit gehörigem Trinkgeld, konnten wir dem völlig überforderten Bodenpersonal des kleinen Provinzflughafens eine Bordkarte abtrotzen.  Der zweite Nachteil war im wahrsten Sinn des Wortes Schlaf raubend. Da wohl wegen der Prozession das Städtchen komplett ausgebucht war, logierten wir etwas ausserhalb. Unser Zimmer zeichnete sich durch eine riesige Dampfduschkabine aus, die wie ein Fremdkōrper das Bad besiedelte und den Weg zur Toilette versperrte. Das wir uns dann bei morgendlichen 9 Grad kalt duschen mussten, da es der Boiler nicht tat, rundete den Gesamteindruck noch etwas ab. Da unser Hotel an der Ausfahrtsstrasse Richtung Flughafen lag,  pries eine grell blinkende Leuchtreklametafel dieses formidable Hotel an.  Dieser leuchtende Bote der modernen Zeit lag auf unserer Fensterhöhe und das Fehlen eines Vorhangs oder Fensterladens macht unser Zimmer ungewollt zur Disco. Obwohl wir jeweils hundemüde waren, war an Schlaf nicht zu denken.  Wir lösten das Problem mit unseren vom Flug noch vorhandenen Augenmasken.  Das verbleibende wechselweise Surren und Knistern der Leuchtstoffröhren wirkte dagegen angenehm einschläfernd.

Reise durch Äthiopien Teil 1
Fortsetzung folgt.
 
Christian Wagner
travelshop AG  – basel

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