| GALAPAGOS, Streichelzoo der Schöpfung (Teil 2) |
| Montag, den 05. September 2011 um 09:44 Uhr |
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Die verhältnismäßig jungen, im Westen noch aktiven Vulkaninseln verfügen nur über einen Bruchteil jener Lebensfülle und Artenvielfalt, die wir in tropischen Gefilden vorzufinden gewohnt sind. Eine Ursache dafür liegt im komplizierten Kräftespiel verschiedener Meeresströme, den Hauptgrund bildet indes die Abgeschiedenheit des Archipels: Alles Leben musste erst einmal hierher gelangen. Für Seelöwen oder Albatrosse kein Problem – aber wie kamen Kakteen, Eidechsen oder auch nur Heuschrecken über den Pazifik? Sie alle müssen einst als Treibgut gestrandet oder, wie Sporen und Samen, als blinde Passagiere der Vögel hierher verfrachtet worden sein. Hier brauchten sie sich nicht in einer engen Nische einzurichten, hier gehörte ihnen die Welt. Kakteen mutierten zu Bäumen, unscheinbare Kräuter zu wuchtigen Stauden. Aus einem grazilen, wenige Kilogramm wiegenden Urahn entwickelten sich bis zu fünf Zentner schwere Riesenschildkröten. Im Freigelände der Station können Sie diese Ungetüme bestaunen, wie sie auf ihren Klumpfüßen durchs Gestrüpp schreiten. Sie werden hier ebenso erfolgreich nachgezüchtet wie die Drusenköpfe, feiste Landleguane mit der Haut eines Kartoffelsacks und dem stieren Blick eines Lüstlings. Bei den vermeintlichen Nisthäuschen an jeder Ecke handelt es sich übrigens um Spendenkästen – Opferstöcke des Naturschutzes. Wir kochten Schildkröten, sezierten Leguane, fingen Finken mit dem Hut Ich will die Litanei der Inseln – 13 größere und an die 100 Mini-Eilande und Felsen – jetzt nicht herunterbeten, versichere Ihnen jedoch, dass keine der anderen gleicht. Einige sind flach, andere so hoch wie der Schwarzwald. Hier herrschen wüstenähnliche, dort subtropische Verhältnisse. Jede wird von anderen, ebenso arglosen wie drolligen Maskottchen bevölkert: Die Albatrosse nisten nur auf Española (dafür gleich 12000 davon), die Rotfußtölpel fast nur auf Genovesa (140000!). Seymour Norte gehört ganz den Fregattvögeln,
Das Sammeln von Tieren und Pflanzen war zunächst bloße Routine. Die Legende will es, dass ich dabei die Erleuchtung empfangen und Ich war angetreten, das »Rätsel aller Rätsel« zu ergründen, das Auftauchen neuer Arten. Aber erst ein Vierteljahrhundert nach meiner Reise auf der Beagle rang ich mich schließlich, von Skrupeln gehemmt und von immer neuen, aufregenden Problemen gefangen genommen, dazu durch, mein grundlegendes Werk über den Ursprung der Arten zu veröffentlichen. Es erklärt die Entwicklung allen Lebens aus sich selbst heraus, mittels Mutation, Anpassung an die Umwelt und natürlicher Auslese. Eine entscheidende Rolle bei der Herausbildung neuer Arten spielt ihre Isolation. Und wahrhaftig, die Galápagos lehrten mich, was Isolation bedeuten kann. Für fast alles, was wir auf unseren Streifzügen unternahmen, würden wir heute umgehend arretiert: Wir kochten Schildkröten, sezierten Leguane, Der Tourismus ließ die Galápagos zu Ecuadors neuem Eldorado werden. Bis dahin bildeten sie höchstens ein Paradies für Misanthropen und zogen Mit Charles Darwin unterwegs auf den Galápagos-Inseln von Stefan Schomann
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Mit Charles Darwin unterwegs auf den Galápagos-Inseln. (Fortsetzung)


